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Das sicherste Zeichen, das uns dieser Herr für seine Unterwerfung geben kann, besteht doch gerade darin, daß er uns seine Waffen ausliefert. Aus welchem Anlaß auch immer es geschah, war Geben stets ein Zeichen der Großmut. ‹ Und überdies möchte ich nicht, daß die Zigeunerinnen meinetwegen den Ruf der Geldgier verlören, den sie sich in langen Jahrhunderten erworben haben. Glaubst du, Preciosa, daß ich hundert Goldtaler fahrenlasse, die man so leicht, Münze um Münze, in den Saum eines Rockes einnähen kann, der keine zwei Realen wert ist, und sie dort so sicher hat wie eine Rente aus den Weideplätzen der Estremadura?

Sie rief Preciosa zu sich, und die drei gingen an die zwanzig Schritte abseits von den andern. Ohne lange Umschweife sagte der Jüngling: »Preciosas Verständigkeit und Schönheit haben mich dergestalt in Fesseln geschlagen, daß ich trotz meines Widerstrebens ihr nun noch ergebener bin als zuvor und außerstande, mich freizumachen. Ich, meine Gebieterinnen – denn diesen Namen will und muß ich euch geben, wenn der Himmel meine Bewerbung begünstigt –, bin ein Edelmann, Angehöriger eines Ritterordens, wie euch dieses Zeichen zeigt – hier schlug er den Mantel, den er trug, zurück und zeigte ihnen das Kreuz eines der angesehensten Ritterorden Spaniens –; ich bin der Sohn des Herrn N.

Für dich spricht dein Gesicht und ist Bürge deiner guten Werke. Nun tu mir den Gefallen und tanze mit deinen Gefährtinnen noch ein wenig, meine liebe Preciosa. « Preciosa ergriff den Schellenreifen; die Zigeunerinnen drehten sich, knüpften ihre Schleifen und lösten sie mit solcher Leichtigkeit, daß aller Augen den Füßen der Mädchen folgten, vor allen aber die Augen des Andrés, die an Preciosas Füßen hingen, als wäre dort die schönste Weide, ein Himmelreich des Schauens. Das widrige Schicksal aber trübte alsbald diesen Himmel; er wurde Andrés zur Hölle, denn im Wirbel des Tanzes entfiel Preciosa das Blatt Papier, das ihr der Edelknabe gegeben hatte.

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