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By Bernhard Pörksen

Dieses Buch liefert einen Einblick in eine extremistische Subkultur, deren Schriften nur selten an die Öffentlichkeit gelangen: Es sind die Zeitungen und Zeitschriften, die Flugblätter und Pamphlete zahlreicher neonazistischer Gruppen, die hier detailliert untersucht werden. Der Autor beschreibt die publizistischen Methoden der Neonazis und analysiert ihre Medien; er skizziert den ideologischen Sprachgebrauch einzelner Gruppen und zeichnet - ausgehend von konstruktivistischen Prämissen - die Erschaffung und Entstehung ihrer Weltbilder nach. Ziel ist es dabei stets, die linguistische examine politischer Kommunikation mit den Schlüsselideen einer konstruktivistischen Erkenntnistheorie zu verbinden. Wie entsteht, so lautet die Kernfrage, eine ideologische Wirklichkeit? Wie wird aus dem anderen Menschen ein Gegner? Wie werden Feindbilder konstruiert?

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Dieses Buch liefert einen Einblick in eine extremistische Subkultur, deren Schriften nur selten an die Öffentlichkeit gelangen: Es sind die Zeitungen und Zeitschriften, die Flugblätter und Pamphlete zahlreicher neonazistischer Gruppen, die hier detailliert untersucht werden. Der Autor beschreibt die publizistischen Methoden der Neonazis und analysiert ihre Medien; er skizziert den ideologischen Sprachgebrauch einzelner Gruppen und zeichnet - ausgehend von konstruktivistischen Prämissen - die Erschaffung und Entstehung ihrer Weltbilder nach. Ziel ist es dabei stets, die linguistische examine politischer Kommunikation mit den Schlüsselideen einer konstruktivistischen Erkenntnistheorie zu verbinden. Wie entsteht, so lautet die Kernfrage, eine ideologische Wirklichkeit? Wie wird aus dem anderen Menschen ein Gegner? Wie werden Feindbilder konstruiert?

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99. 83 Eine 'Gruppensprache' kann als der überindividuelle Sprachgebrauch, als die Varietät einer Gruppe defmiert werden; sie ist in unterschiedlichem Ausmaß gemeinschaftsstiftend und in unterschiedlichem Ausmaß für Außenstehende verständlich. Möhn hat Gruppensprachen auf der Basis funktionaler Kriterien beschrieben und auf diese Weise 'Sondersprachen' (überwiegend gemeinschaftsorientiert und primär sozialgebunden), 'Berufssprachen' (an der Grenze zwischen sondersprachlicher und fachsprachlicher Differenzierung) und 'Fachsprachen' (primär sachorientiert) voneinander unterschieden.

128 Zur Geschichte der Autonomen siehe den Insiderbericht von Geromino (1995). 129 BackeslMoreau (1994), S. 34. III. Gesichtspunkte der Textauswahl 55 autonomen Plenums statt; die führenden Vertreter der wichtigsten neonazistischen Parteien trafen sich hier, um über den Aufbau autonomer Strukturen zu disputieren. Zahlreiche Neonazis begannen zudem, in die Jugendorganisation der Nationaldemokratische Partei Deutschlands, die Jungen Nationaldemokraten, einzutreten, die sich ihnen stärker als in der Vergangenheit öffnete; notorische Mitglieder der Nationalistischen Front, der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei und der Nationalen Liste tauchten beispielsweise mit einem Mal als Autoren, Redaktionsmitglieder oder Interviewpartner der Zeitschrift Einheit und Kampf auf, die von den Jungen Nationaldemokraten gemacht wird.

Der Feindbildbegriff wird gemäß der konstrulctionsbezogenen Orientierung als Negativdarstellung verstanden, über deren möglicherweise verzerrende Infamie keine Aussagen gemacht werden. 55 Vor dem Hintergrund der konstruktivistischen Vorüberlegungen ist es kaum verwunderlich, daß ich mich dieser zuletzt beschriebenen Herangehensweise verpflichtet ruhle, obgleich die konstruktionsbezogene und die realitätsbezogene Orientierung sicherlich zwei Extrempole markieren. Die völlige Vermeidung von Realitätseinschätzungen läßt sich gerade im Falle von ideologiesprachlichen Analysen nicht ganz durchhalten; diese Realitätseinschätzungen stellen jedoch (wie dies gemäß den epistemologischen Voraussetzungen hinzuzurugen ist) eigene Interpretationen und eben auch beobachterspezifische Bedeutungszuweisungen dar und besitzen und beanspruchen keineswegs den Status letzter Wahrheiten.

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