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By Margrit E. Kaufmann

Zeitgleich mit der Offnung der innereuropiiischen Grenzen wurden die Grenzen nach auGen, fUr Fliichtlinge und Migrantlnnen - mit Ausnahme von males schen privilegierter Schichten -, zunehmend geschlossener. Begriindet wird dies insbesondere damit, dass die 'Grenzen der Belastbarkeit' hinsichtlich der Aufnahme von mehr Menschen erreicht seien. Doch in der Bundesrepublik Deutschland beispielsweise zeigt die derzeitige Familienpolitik, die sich urn Anreize zur Geburtenforderung bemiiht, dass hier durchaus mehr Menschen erwiinscht sind. Es besteht additionally die gesellschaftsspezifische Vorstellung, dass es hier 'zu viele Andere' und 'zu wenig Eigene' gebe, used to be sich in einer ent sprechenden Migrations- und Geburtenpolitik manifestiert. - Der Wunsch nach einer 'Andere' ganzlich ausschlieBenden Migrationspolitik lasst sich allerdings heute nicht mehr aufrechterhalten, weil die deutsche Wirtschaft fUr bestimmte neue Technologiebereiche dringend mehr Fachkrafte fordert, die im Ausland angeworben werden miissen. -Fur 'Frauen', die potentiell (noch) die Kinder gebaren, bedeutet die Unerwiinschtheit von 'Anderen' und die Er wiinschtheit von mehr 'Eigenen', dass sie je nach Zuordnung bestimmten Forderungen und Kontrollen unterstehen. Solche Beobachtungen geben den AnstoG zur vorliegenden Theoriearbeit, die interdisziplinar angelegt ist mit Schwerpunkt im Bereich feministischer Ethnologie/Kulturanthropologie. Sie stellt Begriffe, Theorien, Denkweisen und politische Praxen vor, die mit der Produktion, der Diskriminierung und der Ausgrenzung von 'Anderen' verbunden sind und hat zum Ziel - beispiel haft vermittels des Gebarens -, die Verwobenheit von Rassismen und Sexis males aufzuzeigen. Dadurch solI sie Argumentationshilfen bieten, urn Unge rechtigkeiten gegeniiber 'Anderen', die im allgemeinen Konsens nicht als solche empfunden werden, im Hinblick auf Menschenrechtsforderungen ein klagbar zu machen.

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Zeitgleich mit der Offnung der innereuropiiischen Grenzen wurden die Grenzen nach auGen, fUr Fliichtlinge und Migrantlnnen - mit Ausnahme von males schen privilegierter Schichten -, zunehmend geschlossener. Begriindet wird dies insbesondere damit, dass die 'Grenzen der Belastbarkeit' hinsichtlich der Aufnahme von mehr Menschen erreicht seien. Doch in der Bundesrepublik Deutschland beispielsweise zeigt die derzeitige Familienpolitik, die sich urn Anreize zur Geburtenforderung bemiiht, dass hier durchaus mehr Menschen erwiinscht sind. Es besteht additionally die gesellschaftsspezifische Vorstellung, dass es hier 'zu viele Andere' und 'zu wenig Eigene' gebe, used to be sich in einer ent sprechenden Migrations- und Geburtenpolitik manifestiert. - Der Wunsch nach einer 'Andere' ganzlich ausschlieBenden Migrationspolitik lasst sich allerdings heute nicht mehr aufrechterhalten, weil die deutsche Wirtschaft fUr bestimmte neue Technologiebereiche dringend mehr Fachkrafte fordert, die im Ausland angeworben werden miissen. -Fur 'Frauen', die potentiell (noch) die Kinder gebaren, bedeutet die Unerwiinschtheit von 'Anderen' und die Er wiinschtheit von mehr 'Eigenen', dass sie je nach Zuordnung bestimmten Forderungen und Kontrollen unterstehen. Solche Beobachtungen geben den AnstoG zur vorliegenden Theoriearbeit, die interdisziplinar angelegt ist mit Schwerpunkt im Bereich feministischer Ethnologie/Kulturanthropologie. Sie stellt Begriffe, Theorien, Denkweisen und politische Praxen vor, die mit der Produktion, der Diskriminierung und der Ausgrenzung von 'Anderen' verbunden sind und hat zum Ziel - beispiel haft vermittels des Gebarens -, die Verwobenheit von Rassismen und Sexis males aufzuzeigen. Dadurch solI sie Argumentationshilfen bieten, urn Unge rechtigkeiten gegeniiber 'Anderen', die im allgemeinen Konsens nicht als solche empfunden werden, im Hinblick auf Menschenrechtsforderungen ein klagbar zu machen.

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Die Zeit des politischen Entscheidens: Zwischen medialer Unmittelbarkeit und institutioneller Lähmung

Dass es im Zeitalter der Massenmedien keine Zeit mehr für tiefgreifende politische Lösungen gibt, ist ein beliebter Topos postmodernen Denkens. Mit dieser Einschätzung kollidiert die Beobachtung, dass politische Entscheidungen in Deutschland nur in großen Zeiträumen getroffen werden. Bei all dem herrscht Unklarheit darüber, wie die Zeit der Politik näher beschrieben werden kann.

Winner’s Edge — Konzepte für Vorsprung

Dr. Dietrich Buchner ist geschäftsführender Gesellschafter der Winner's part, einer Gesellschaft für Führungs-, Strategie- und Verkaufscoaching in Düsseldorf. Er ist Herausgeber der Bücher "NLP im Business", "Team training" und "Vision und Wandel", die ebenfalls im Gabler Verlag erschienen sind. Die Mitautoren sind erfahrene Veränderungsberater und associate der Winner's part GmbH.

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In den Fremden, Andersartigen und Schwachen werden die inneren Bedrohungen bekiimpft; bosartige Selbstobjektanteile sind auf sie projiziert. Die verfolgten Fremden stellen erstens nieht nur die Entwiirdigten und Unverstandenen, wie man sich seiber oft fiihlte, dar, sondern sie sind zweitens auch die wiitend Verfolgten und Bestrafien. wie die Gesellschaft. die Eltern und die grenzensetzenden Autoritliten es verdienen wiirden. : 28). Die 'Fremden', die als nicht dazugehOrig gelten, dienen als Objekte des Hasses.

1994; 1997) und dem CCCS, Centre for Contemporary Cultural Studies in Birmingham, und von Robert Miles (vgl. ; 1991a; 1991b: 189), Leiter der Research Unit Migration and Racism in Glasgow, gegeniiber (vgl. ). Beide Richtungen arbeiten in marxistischer Tradition und behandeln das Verhiiltnis von 'Rasse'-Klasse-Staat. Die Cultural Studies von Hall und dem CCCS sind - wie die franzosischen - beeinflusst durch Althussers Verbindung von Marxismus und Strukturalismus. Sie gehen von einer relativen Autonomie des Rassismus gegeniiber klassenbegriindeten Gesellschaftsverhiiltnissen aus und betonen die zentrale Bedeutung des Rassismus in den Macht- und Herrschaftsverhiiltnissen nach 1945.

Es entstammt, wie Guillaumin betont, der Verbindung von okonomischen und sozialen Beziehungen mit korperlichen Attributten. Denn, erst als eine okonomisch begriindete soziale Gruppe, die Sklaven, konstituiert war, konnte die Hautfarbe zum Zeichen fiir Diskriminierung werden. Es wird somit das wahrgenommen, was durch bereits bestehende Kategorisierungen vorbestimmt ist. Guillaumin zeigt, dass die Wahrnehmung eines Merkmals, seine Sichtbarkeit, sozial, okonomisch und politisch produziert wird. 24 "The choice of somatic criteria is symbolic of the intentions of the classifiers, and nothing moore" (1995: 100).

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