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By Manon Tuckfeld

Die Orte des Politischen waren im Marxismus von Beginn an verschüttet. Sie wurden durch einen Ökonomismus der Produktivkräfte und eine hegelianisch-teleologische Metaphysik der geschichtlichen Entwicklung überlagert. Waren bei Marx und Engels noch beide Argumentationslinien - die ökonomistisch-geschichtsphilosophische und diejenige des politischen Kampfes - vorhanden, so verschwand die Politik bei den Theoretikern der II. Internationale (Kautsky, Bernstein und Luxemburg) völlig. Erst Lenin erschloß wieder eine Theorie des Kampfes um politische Hegemonie, auf der Gramsci und Althusser aufbauen. Es wird deutlich, daß weniger die Betonung des Ökonomischen als vielmehr die Betonung einer Teleologie der Geschichte der Entwicklung einer Theorie des Politischen im Marxismus im Wege stand. Ziel der detaillierten Analysen marxistischer Klassiker ist es nicht, die politische Philologie zu bereichern, sondern einige bereits im Marxismus vorhandene Bruchstücke einer Theorie des Politischen gleichsam zu Tage zu fördern, um sie für eine kritische Theorie der Politik zugänglich zu machen.

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Die Orte des Politischen waren im Marxismus von Beginn an verschüttet. Sie wurden durch einen Ökonomismus der Produktivkräfte und eine hegelianisch-teleologische Metaphysik der geschichtlichen Entwicklung überlagert. Waren bei Marx und Engels noch beide Argumentationslinien - die ökonomistisch-geschichtsphilosophische und diejenige des politischen Kampfes - vorhanden, so verschwand die Politik bei den Theoretikern der II. Internationale (Kautsky, Bernstein und Luxemburg) völlig. Erst Lenin erschloß wieder eine Theorie des Kampfes um politische Hegemonie, auf der Gramsci und Althusser aufbauen. Es wird deutlich, daß weniger die Betonung des Ökonomischen als vielmehr die Betonung einer Teleologie der Geschichte der Entwicklung einer Theorie des Politischen im Marxismus im Wege stand. Ziel der detaillierten Analysen marxistischer Klassiker ist es nicht, die politische Philologie zu bereichern, sondern einige bereits im Marxismus vorhandene Bruchstücke einer Theorie des Politischen gleichsam zu Tage zu fördern, um sie für eine kritische Theorie der Politik zugänglich zu machen.

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Doch ist auch dieser Aspekt in gewisser Hinsicht marginal. Dem ideologischen Kampf fallt im frUhen Marxismus keine zentrale Rolle zu. Das Basis/Uberbau-Modell ist keineswegs dialektisch gemeint. Die Produktivkriifte entwickeln sich und sprengen die Produktionsverhiiltnisse, wenn die objektiven Bedingungen ebenso weit sind. Ideologie spielt in dieser Umwiilzung nicht einmal eine tragende Nebenrolle. Der Marxismus selbst ist nach Auffassung von Marx und Engels nicht Teil des ideologischen Uberbaus, kein Mittel des ideologischen Kampfes.

Insofern wird der Ideologiebegriff der 'Deutschen Ideologie' fortgeftihrt. Andererseits haben wir es aber auch mit einer deutlichen Verschiebung zu tun. Die Entfremdung ist nicht nur, wie beim Camera obscura-ModeIl, eine Frage falscher, wenn auch notwendig falscher Wahmehmung. Vielmehr ist diese Entfremdung gesellschaftliche Wirklichkeit, die sich in den Kopfen widerspiegelt. Die Ideologie ist in die geseIIschaftIiche Struktur selbst eingeschrieben und keine Sache des BewuBtseins mehr. Diese Verschiebung zeigt sich deutlich darin, daB Wirklichkeit und Richtigkeit nicht mehr zusammenfaIIen.

Ideologien werden, obwohl sie falsch sind und verzerrt, zu notwendigen Voraussetzungen ftir das Kampfen von Menschen, so scheint es. ) ideologischen Formen - zeitverschoben - in einen Konflikt mit dem (revolutionaren) BewuBtsein treten und damit einen ahnlichen Antagonismus wie der zwischen Produktivkraft und Produktionsverhaltnis bilden? Wenn ja, mtissen die Zustande in der Basis und in dem BewuBtsein synchron sein, um revolutionar zu wirken? Und was das Entscheidende an diesen ganzen Fragen ist, wirkt der Uberbau verandemd auf die Basis?

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