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By Barbara Heitzmann (auth.)

Im demokratisch orientierten Rechtsbewusstsein kann die Bürgerin ihr Unterworfensein unter den Rechtszwang verbinden mit dem Wissen um ihre mögliche politische Teilhabe an der Konstitution von Gesetz und Recht. In diesem Band wird zum einen mit Hilfe eines interdisziplinär angelegten Ansatzes der Begriff 'Rechtsbewusstsein' präzisiert und zum anderen durch die Ergebnisse einer qualitativ-empirischen Untersuchung von Rechtsmeinungen konkretisiert. Im Mittelpunkt leitfadengestützter Interviews mit Frauen steht das Thema 'Schwangerschaftsabbruch': Ein gesellschaftlich nur schwer konsensfähiger Rechtsgegenstand, der mit dem geltenden § 218 StGB die sehr persönliche und dilemmatische Entscheidungsfindung im Schwangerschaftskonflikt einem Werturteil unterzieht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Probandinnen aus Leipzig und Frankfurt am major in den Verantwortungszuweisungen an abtreibungswillige Frauen und in den geäußerten Rechtsansichten zum § 218 StGB kaum unterscheiden. Dagegen ergeben sich teilweise erhebliche Unterschiede in der Ausprägung von Rechtsbewusstsein zu den anderen befragten Rechtsgegenständen.

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Im demokratisch orientierten Rechtsbewusstsein kann die Bürgerin ihr Unterworfensein unter den Rechtszwang verbinden mit dem Wissen um ihre mögliche politische Teilhabe an der Konstitution von Gesetz und Recht. In diesem Band wird zum einen mit Hilfe eines interdisziplinär angelegten Ansatzes der Begriff 'Rechtsbewusstsein' präzisiert und zum anderen durch die Ergebnisse einer qualitativ-empirischen Untersuchung von Rechtsmeinungen konkretisiert. Im Mittelpunkt leitfadengestützter Interviews mit Frauen steht das Thema 'Schwangerschaftsabbruch': Ein gesellschaftlich nur schwer konsensfähiger Rechtsgegenstand, der mit dem geltenden § 218 StGB die sehr persönliche und dilemmatische Entscheidungsfindung im Schwangerschaftskonflikt einem Werturteil unterzieht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Probandinnen aus Leipzig und Frankfurt am major in den Verantwortungszuweisungen an abtreibungswillige Frauen und in den geäußerten Rechtsansichten zum § 218 StGB kaum unterscheiden. Dagegen ergeben sich teilweise erhebliche Unterschiede in der Ausprägung von Rechtsbewusstsein zu den anderen befragten Rechtsgegenständen.

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Somit kommt H. Frankfurt zu dem Schluss, dass die Identitiit einer Person entscheidend 49 Nunner-Winkler und Edelstein (1993) merken dazu kritisch an, dass die Emotionen, die bei Missachtung von moralischen Geboten empfunden werden, in der sozialen Wirldichkeit variieren, und zwar sowohl bezogen auf verschiedene Kontextbedingungen wie auf unterschiedliche Personen. Auch empirische Untersuchungen von M. " (Nisan 1993, S. , S. 242). 50 Gesellschaft, Recht und Moral verbunden ist mit der Selbstbindung ihres Willens an rationaler Kritik zugangliche Ideale, Uberzeugungen und Werte: Der Mensch in seiner Personlichkeit bestimmt sich durch das, was ihm wichtig ist.

GUnther weist dabei darauf hin, wie wichtig es ist, dies als einen "Kreisprozess" zu sehen und nicht in eine Hierarchisierung zu bringen. Der Kreisprozess sei als ein dialektisches Bild gemeint, das man weder von der Seite der Rechtsform noch von der des Diskursprinzips allein erfassen kiinne. "DaB unler diesem Blick subjektive Rechte zugleich als >Ergebnis< und >Voraussetzung< der politisch autonomen Rechtssetzung auftreten, erscheint dann nicht als >Widerspruch< ( ... ) Das Recht ist zugleich Thema und Medium der Demokratie.

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